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Gedanken zur Jahreslosung 2020

 

Gegen die Unerträglichkeit

Mitunter beschäftigt uns eine Lebensfrage länger, vielleicht auch ein ganzes Leben. Mitunter spitzt sich in einer unerträglichen Situation eine Lebensfrage zu. So ergeht es in der heilenden Begegnungsgeschichte Jesu (Mk 9,14-28) dem Vater eines schwerkranken Kindes. Als es für ihn zu unerträglich wird, schreit er heraus: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» Genau dieser Ausruf ist die Jahreslosung 2020.

Wir glauben. Und ich kann auch dazu stehen, dass ab und an mein Unglaube überhandnimmt. Oder dass ich sowohl den Verheissungen Gottes als auch den Begegnungen Jesu in ihrer verändernden Kraft glaube, wie ich gleichzeitig in einer Anfrage an mein Leben Unglaube verspüre. Das Erstaunliche an dieser Begegnungsgeschichte ist folgendes: Der Vater möchte so gerne, dass sein schwerkrankes Kind geheilt wird. So appelliert er an das Erbarmen Jesu, das könne er doch. (22) Und Jesus pointiert nach diesem an ihn gerichteten Appell. «Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt.» (23) Damit schreibt er den Glaubensbemühungen einen weitreichenden Möglichkeitsraum zu. Das ist zu gross und zu viel für den Vater. Diese Antwort überfordert ihn, so dass er herausschreit: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (24) Unser Glaube benötigt also die uns beistehende Kraft Jesu, dass wir anberaumte Glaubensmöglichkeiten überhaupt schaffen können. Der Beistand Jesu geschieht nun so, dass er toleranterweise den Unglauben das Vaters gelten lassen oder auch stehen lassen kann. Jesus spricht sich nicht gegen den Unglauben aus, als gäbe es jenen eigentlich nicht. Hingegen lädt er in den weiten Möglichkeitsraum des Glaubens ein, den Jesus uns übers Jahr hindurch bewahrt.

Heinz-Ulrich Richwinn, Pfr.